CHRISTINE SCHWERTNER

Frau Schwertner, Sie sind Home Staging Expertin. Kann man nicht einfach Innenarchitektin sagen?

Lacht. Nein, das würde es nicht richtig treffen. Eine Innenarchitektin plant Einbauten und Wohnräume, die genau zu den Bedürfnissen des Auftraggebers passen. Ich richte eine Immobilie her, um ihr Potenzial und ihre Schokoladenseiten zu zeigen. Ziel ist es, die Immobilie schneller zu verkaufen und einen höheren Verkaufspreis zu erzielen.

 

Und wie sind Sie darauf gekommen?

Vor ca. 8 Jahren habe ich einen Artikel in der Süddeutschen darüber gelesen und war begeistert. Schon ein Jahr später hatte ich erste Aufträge. Vorher war ich bereits im Service eines Unternehmens beschäftigt. Ich war für Handwerker und Arrangements verantwortlich und so kam eins zum anderen.

 

Sie erwähnen Handwerker. Das heißt, es geht nicht nur um Dekoration?

Nein, meistens nicht. Es kommt darauf an, in welchem Zustand die Immobilie ist. Meistens müssen die Wände gestrichen werden und manchmal braucht´s auch einen neuen Fußboden, einen Austausch von Armaturen oder der Garten muss hergerichtet werden.

 

Aber das bedeutet ja, dass der Verkäufer Geld in die Immobilie stecken muss.

Genau. Das ist in Deutschland unüblich. Aber ich vergleiche das immer mit dem Verkauf eines Autos. Da wird gewienert und geputzt, gesaugt und sogar Lederduft versprüht. Kein Mensch würde auf die Idee kommen, sein Auto dreckig oder zugemüllt zu verkaufen, sondern im bestmöglichen Zustand.

 

Das bedeutet Immobilienverkäufer müssen wieder Möbel kaufen?

Nein. Das meiste bringe ich mit. Ich verleihe sie für die Dauer des Verkaufes. Im Prinzip gebe ich den Interessenten der Wohnung oder des Hauses einen Vorgeschmack wie ihr neues Heim aussehen könnte. Durch langjährige Erfahrung weiß ich, worauf es ankommt. Und nicht selten bitten mich die Käufer, Vorhänge, Lampen oder Teppiche ablösen zu können.

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Sie verschönern auch bewohnte Immobilien. Zum Beispiel Ferienhäuser in Spanien und Italien.

Ja. Auch da gibt es jede Menge Nachholbedarf. Stellen Sie sich vor, Sie haben eine Ferienvilla gebucht. Sie fahren auf das Haus zu, eine schöne Terrasse, Blumen, Sonnenschein und dann öffnen Sie die Tür: Modriger Geruch schlägt Ihnen entgegen. Abgewetzte Möbel, zusammengewürfelt und Plastikblumen. Die Urlaubsstimmung sinkt gegen Null.

 

Welches Gegenargument hören Sie am häufigsten, Frau Schwertner?

„Der nächste will es doch ganz anders haben.“ Damit ist dann oft auch gemeint, er soll die dreckigen Fenster putzen und den Sperrmüll beseitigen. Ja, der Immobilienkäufer will es vielleicht anders haben, aber geputzte Fenster, frisch gestrichene Wände, ein sauberes Bad und wenige, aber passende Möbel sorgen dafür, dass die Immobilie attraktiv und ihren Preis wert ist. Es will sich doch niemand Arbeit kaufen.

 

Schneller und zu einem besseren Preis. Können Sie ein Beispiel nennen?

In Hallbergmoos sollten 18 Wohnungen in einer 20 Jahre alten Wohnanlage verkauft werden. Dafür habe ich eine Wohnung mit Home Staging als Musterwohnung hergerichtet. Die Musterwohnung wurde vom ersten Interessenten gekauft. Im Durchschnitt wurden für die Wohnungen 10-15% mehr Verkaufserlös erzielt. Wir sprechen hier von 20.000 – 30.000 Euro. Die Ausgabe von 3500 Euro für das Home Staging hat sich also mehr als rentiert.

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